Wenn sich eine Band an Halloween gründet, dann müsste man meinen es mit einer Gruselcombo zu tun zu haben, aber weit gefehlt, SAVING THROW aus Syracuse spielen mireißenden Hardcore der ganz klar in der Tradition von SHAI HULUD steht. Auf seinem aktuellen Longplayer "Never Race With Time" bietet das Trio zehn Songs dar, die man in solcher Intensität schon lange nicht mehr gehört hat. Nachdem die Band bereits die EP "We're Never On Good Terms With The Light" auf Let It Burn veröffentlicht hat, ließ es sich das Label auch nicht nehmen den Longplayer rauszubringen, eine gute Entscheidung, wie ich finde.

Fangen wir mal mit den Grundlagen an, deinen Namen, deine Aufgabe in der Band und deine Hobbies, bitte.

"Geoff, 21, Gitarre. Ich bin gerade dabei das College zu beenden und habe nebenher einen Teilzeitjob. In meiner Freizeit schreibe ich viel Musik und nehme sie auf. Wie viele andere Leute habe ich meine eigenen Songs an denen ich bastle. Natürlich höre ich auch viel Musik. Ich sehe mir auch gerne Filme an, alles von Dramen über die Klassiker, hin zu ausländischen Filmen."

Was passierte denn mit eurer Vorgängerband ONE CAN ONLY HOPE, wieso habt ihr euch aufgelöst?

"Dafür gab es verschiedene Gründe. Wir haben mit zwei Sängern begonnen, nämlich Kevin, der jetzt auch bei SAVING THROW ist, und Andy. Andy wollte vom musikalischen her was anderes machen. Jetzt singt er bei einer Band namens THE AUDIOS und wir sind gut mit ihm befreundet. Danach gab es Probleme mit dem Schlagzeuger, also haben wir uns umbenannt, aber gleichzeitig weiterhin unseren bisherigen Stil verfolgt."

Was unterscheidet denn SAVING THROW von all den anderen Bands da draußen?

"Ich finde, dass wir aus unserer Erfahrung als Band und unserem Hintergrund verschiene Dinge in den Vordergrund bringen konnten. Wir hören uns alle möglichen Sachen an und das hat uns in dem was wir tun besser gemacht. Zugleich haben wir uns aber nicht so sehr von unserer ursprünglichen Richtung abgewandt."

Ihr habt als Fünfer begonnen, aber auf dem Bild in eurem neuen Album sieht man nur noch drei Leute, wie kommt's?

"Ungefähr zwei Monate vor den Aufnahmen, gab es Probleme mit dem damaligen Bassisten und dem Gitarristen. Dies führte letztlich dazu, dass sie aus der Band flogen. Es war aber wirklich keine große Angelegenheit. Auf der Platte gibt es sogar einen Song darüber. Ich habe bisher auch auf beinahe allen Platten den Bass eingespielt und auch die meisten Gitarrenspuren. Da ich ja auch die Musik schreibe, war es in mancherlei Hinsicht auch einfacher."

Was bedeutet denn der Albumtitel für dich?

"Für mich persönlich dreht sich der Titel um Aufschun und Zögern und das Thema Motivation an sich. Viele Menschen leben mit der "das- mache- ich- später-Mentalität", also ist es eine für jeden nachvollziehbare positive Message. Kevin stellte uns einige Ideen vor und wir waren uns einig, dass diese die beste war und wir alle damit einverstanden waren."

Was möchtet ihr mit euren Lyriks vermitteln?

"Das ist eigentlich eine Frage für Kevin. Er zieht seine Inspirationen aus persönlichen Situationen. Nicht so sehr aus Beziehungen. Alles von Selbstwertgefühl- bis hin zu Freundschaftsfragen beschäftigt ihn. Generell Sachen, die ihn in seinem Leben beschäftigen."

Wie lange dauerte es denn die Songs aufzunehmen?

"Also, Song Nummer 7, Shades Of Gray, nahmen wir im Studio eines Freundes auf. Es dauerte etwa 3 Tage das aufzunehmen. Deshalb haben wir das auch nicht in einem richtigen Studio gemacht. Zur selben Zeit fingen wir dort auch an uns näher mit dem Klang und der Aussteuerung zu beschäftigen, ohne dass wir uns über den Geldfaktor oder die Zeit Gedanken machen mussten. Das eigentliche Aufnehmen hat 11 Tage gedauert und es wurde dann alles an einem Tag gemastert."

Musstet ihr denn die Aufnahmen selbst finanzieren, oder wie lief das bei euch?

"Eigentlich wollten sich unser US Label Blatherskyte und Let It Burn die Kosten teilen, aber als wir ins Studio kamen, stellten wir fest, dass wir doch länger brauchen würden. Davon haben wir dann das meiste selbst finanzieren müssen. Es ist ganz schön teuer geworden."

Welche Textzeile auf "Never Race With Time" bedeutet dir persönlich am Meisten?

"Wahrscheinlich die Textzeile in "To Friends", die "singing songs of our youth that bring us together as one". Das bezieht sich auf ein tolles Tourerlebnis, das wir mit FORDIRELIFESAKE hatten. Wir haben eine Show in einem Haus gespielt, in Fort Wayne, Indiana und es war so gegen Mitternacht und alle waren draußen und saßen auf derVeranda. Brian Southall, der bei FORDIRELIFESAKE Gitarre spielt hat sich eine Akustikgitarre genommen und wir haben alte Epitaph/Fat Wreck - Punk Songs gespielt. War eine gute Zeit, das."

Gibt's in der Band Sportcracks oder hat der Name nichts mit Sport zu tun?

"Nein, der Name hat nichts mit Sport zu tun. Ich stehe auf Hockey, aber auch nicht mehr so sehr wie früher. Kevin allerdings macht sehr gerne Sport. Kevin und ich haben Lacrosse in der High School gespielt. Kevin war auch richtig gut. Er hatte nur deshalb ein College besuchen können. Okay, es ist irgendwie peinlich, aber unser Name kommt aus einer Dragon Ball Z - Episode. Es war sogar der Name einer Folge. Ich sehe hin und wieder Anime."

"Where's Solidarity in an Unfaithful World" habt ihr auf dem englischen Label Caught In The Rain Records veröffentlicht, wie kam's?

"Wir haben das im Mai 2001 aufgenommen. Mark hat sich bei uns im Sommer gemeldet und fragte, wie es mit einer Veröffenlichung im Herbst aussehen würde. Schließlich sind uns im Sommer 2002 die Exemplare ausgegangen und wir haben Mark nach neuen gefragt. Er meinte er habe auch keine mehr, werde das Album aber nicht erneut pressen lassen. Wenn du also eines davon haben solltest, dann bist du einer der 1000 Leuten, die das Album haben. Was einen Re-release betrifft, so bezweifle ich, dass das passieren wird."

Habt ihr mit dem Gedanken gespielt die alten Songs für "We're Nerver On Good Terms With The Light" neu aufzunehmen?

"Wir haben uns auch darüber Gedanken gemacht, aber als es dann ernst wurde, da haben wir gemerkt, dass das nicht zusammenpassen würde. Auch ist es vom Kaliber her nicht das selbe."

Das neue Album klingt sehr rough, liegt das daran, dass ihr einen Gitarristen verloren habt? Oder habt ihr mit zwei Gitarrenspuren aufgenommen?

"Nein, damit hatten wir nichts zu tun, im Gesamten ist die Platte rougher, wir hatten aber auch nicht viel Zeit zum Abmischen. Wir haben eben das gemacht, was wir mit dem Geld der Labels tun konnten."

Was haltet ihr denn generell von Endorsement?

"Wenn man auf Endorsement steht und das gut findet, dann ist das eine tolle Sache. Wir machen das ja auch. Texas Clothing gehört Ted, einem Freund von uns und war zu der Zeit ein ganz neues Label. Er fragte ob wir nicht von ihm ausgestattet werden wollen und das war schon cool. Momentan wächst sein Betrieb enorm."

Was hat es denn mit den Chupacabras auf sich ,die im Booklet gegrüßt werden?

"Als wir mit FORDIRELIFESAKE auf Tour waren, da haben ihr drummer und unser Justin eine neue Band gegründet, die eben CHUPACABRAS AND THE COFFINS IN THE SPANISH heißen wird. Wenn es Songs geben wird, dann wird es wie eine dunkle Mischung aus den MISFITS und JOY DIVISION klingen."

Thomas Eberhardt