WITH LOVE, Juni 2015-Reviews

JUNI 2015

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AND IT CREEPS IN
Casino In/Circus Out CD
facebook.com/AndItCreepsInBand


Politische Punkbands sind beinahe etwas wie ein Unikum geworden, daher ist es immer erfreulich, wenn Combos sich des Themas annehmen. AND IT CREEPS IN tun dies sogar ziemlich erfolgreich, da man den erhobenen Zeigefinger meidet und eher brachial an die Sache rangeht. Der Titelsong erinnert mich an CABLE und auch RISE AGAINST, andere Lieder enthalten eher Referenzen an politische Punkbands wie THE CASUALTIES in "Outside Cashists" ähneln sogar die Spoken word Passagen stark denen der CASUALTIES. In Summe gibt es temporeiche Songs, deren Message leider aufgrund des fehlenden Booklets etwas untergeht, aber beim mehrmaligen Hören dürfte sich dieses Problem lösen. Handwerklich ein mitreißendes Album. Viele disharmonische Elemente sorgen für die nötigen Ecken und Kanten, Kapitalismus-Kritik inklusive. ThEb (7)

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DAVID CELIA
Double Mind CD
Seedling Music


Der Elliot Smith-Lookalike aus Toronto legt nach drei/vier Jahren sein neues Album vor und die Schnittmenge ist eigenlich Folkrock, wenn man es mal ganz banal sagen möchte. "Speak to me" glänzt durch Steel-Pedal und die idyllischen Backups von Catherine MacLellan. Der Song erinnert mich etwas an Rocky Votolato und das ist sicherlich ein Kompliment ansich. Obwohl sich CELIA eher den ruhigen Tönen widmet, ist das Album mit seinen 14 Songs sehr abwechslungsreich geworden. So ist "Thin disguise" ein swingartiger Song, dessen Hook jedoch nach Heavy-Blues-Band klingt. Echt ungewöhnlich. "Go naked" ist dann ein Plädoyer für Ausflüge in der Unterwäsche und klingt nach Rocky Horror Picture Show meets THE BEACH BOYS. So weit, so verrückt. Ein tolles Album und trotz des enormen Abwechlungsreichtums ist alles aus einem Guß und nie zerfahren. Die sonst zum Standard gehörenden Trennungs-Songs begrenzen sich auf "I want you to be happy" und den hält Celia äußerst kurz. Kommt als Digi. ThEb (8)

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DAN DEAGH WEALCAN
Who Cares What Music Is Playing In My Headphones CD
Total Metal Records


Die letzte Band, die hier aus Russland aufschlug, waren die brillianten COSMONAUT'S DAY und da osteuropäische Bands ja beinahe schon Seltenheitswert haben, nehme ich jede Regung natürlich eugierig wahr. Bei DDW handelt es sich um ein Duo, welches sein zweites Album vorstellt und teils auch aus der Ukraine kommt. Eine interessante Kombi, angesichts der politischen Lage, aber die beiden Herren beweisen eben, dass Musik verbindet und auch Zeichen setzen kann. Musikalisch dominiert hier seichte Elektronik, nur in "Neutral mosenet" geht es etwas härter zu und die Band klingt kurzzeitig nach MINISTRY oder GODFLESH. Ansonsten nerven mich die gegenläufigen Drumbeats etwas, müssen die immer gegen die Gitarrenriffs anspielen? Klar, eigenwillig ist das Duo allemal und auch konsequent in dem, was es macht, aber die umhauen tut mich das jetzt nicht. ThEb (5)

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ELEPHANT RIDERS
Supernova CD
Paralysis Records


Geniale spanische Combo, die auf den Spuren von SLO-BURN, UNIDA und TRUCKFIGHTERS wandelt und da man aus Malaga kommt, hat man definitv auch die richtigen Temperaturen um Desertrock zu spielen. Dass man sich nach der dritten CLUTCH Lp benannt hat, ist wohl auch eher Absicht als Zufall und so darf man allein vom Namedropping her recht viel von diesem Powertrio erwarten. Einfach mal reinhören, das Debüt der 2011 gegründeten Band überzeugt wirklich ohn Einschränkung. Gesanglich kommt man zwar nicht ganz an die Stimmlage von Garcia ran, aber mit seinem Ideenreichtum kann man durchaus mithalten. Der Titeltrack ist neben "Unbreakable" mit das Highlight des Albums, welches aktuell mit zwei Bonustracks zu haben ist, da man so fleißig ist, dass man bereits "Challenmer" und "Lone wolf" nachlegen konnte. Also, ELEPHANT RIDERS bleiben bestimmt nicht lange ein Geheimtipp. ThEb (8)

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GARADH
Need A Change CD
garadh.com


Eines vorweg, die Musiker auf dem Albumcover zu haben, ist ja immer eine Gratwanderung und so begeistert bin ich davon nicht, hat irgendwas von Egomanie. Nun gut, man könnte jetzt natürlich etliche Alben anführen, die trotzdem klasse sind, SABBATHs "Sabotage" oder FREEs "Fire And Water" und auch im Falle des vorliegenden Quartetts darf man den Franzosen daraus keinen Strick drehen, dass sie sich selbst gern auf Bildern sehen. Stilistisch eine aparte Fusion aus AT THE DRIVE-IN, MUSE und DREDG. In "Need to change" versucht man sich dann an einer Fusion sensibler Elemente mit Rockgrooves, was nicht ganz zusammenpasst, aber jeder Part für sich ist cool. Die härteren Passagen klingen fast nach HORISONT. Die Bandbreite der Combo ist also durchaus respektabel. Auch "Every single day" hat einen Hauch-Retro und auch wenn die Combo aus Genf meist eher den ruhigen Tönen Hommage zollt und auch des Öfteren dem Jazz huldigt, wie in "Unbelieveable dreams". Insgesamt kann man die Schweizer für Album Nummer drei nur beglückwünschen, denn obwohl man mit 12 Songs wirklich in die Vollen ging, bleibt das Album auf voller Länge spannend und versiert sind die Herren allemal. Der Release ist als Digipak erhältlich und Fans von DREDG werden bestimmt den ein oder anderen Songs genial finden. ThEb (7)

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GWLT
Wir sind keine Helden EP
Cutwork Collective


Hinter GWLT verbergen sich neben anderen Chris Zehetleitner (MY HERO DIED TODAY) sowie Florian Gudzent (LA PAR FORCE) und bei der aktuellen EP steht weiterhin die inhaltliche Komponente im Vordergrund. Dieser Schwerpunkt dient weiterhin als Alleinstellungsmerkmal, denn ohne den Inhalt wäre es eben nur Musik. Die Themen auf dem dritten Release sind gesellschaftliche Zwänge, Konsumterror und worum in es in "Schlechter sind wir nicht" jetzt so ganz genau geht, ist gar nicht so einfach auf den Punkt zu bringen, aber Sänger David Mayongas textzeile : Gehorche, sei still und reproduzier' dich. Fick und kill, es ist schön, dass du hier bist" kommt auf alle Fälle als klar formuliertes dystopisches Szenario beim Hörer an. Was er/sie dann letztendlich draus macht, liegt natürlich in seiner Gewalt. Hmm, 50 cent in die Wortspielkasse. ThEb(7)

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GREY SEASON
Invida CD
Noisegate/Rough Trade


Schon der Einstieg "Inferiors" lässt aufhorchen, denn was die Düsseldorfer hier bieten ist eine coole Fusion aus WILL HAVEN, TODAY IS THE DAY und CULT OF LUNA, die man von einer so jungen Band jetzt erstmal nicht erwartet hätte. Zugleich streut man Piano-Interludes, beachtliche Soli und allerhand atmosphärische Details. Im weiteren Verlauf setzt man kontinuierlich auf Heaviness, die Gitarren nutzt man eher perkussiv als tonal und wenn Blazej nicht gerade seine kratzige Reibeisenstimme strapaziert, nutzt er sehr bedacht und minimalistisch melodische Hooks um den Refrain einprägsamer zu gestalten. Angesichts der Tatsache, dass "Septem" der Vorgänger des Quintetts nichtmal ein Jahr zurückliegt, erstaunt der aktuelle Arbeitseifer und auch die progressive aber zugleich doch extrem moderne Ausrichtung von GREY SEASON. "Invida" ist wie aus einem Guß, eher als Gesamtkunstwerk zu sehen, als eine zufällige Aneinanderreihung an Songs. Kurzum, der Zweitling besticht durch ellenlange, zyklische und beinahe meditative Tracks wie beispielsweise der Titeltrack, der atmosphärisch beginnt und sich zu einem wahren Inferno steigert. Geduld sollte man mitbringen, denn die Songs sind eben opulent und weitläufig angelegt. Auf der Habenseite steht ein fettes Album mit großartigen Songs wie "Captain trips", andererseits muss man oft bedenken, dass Monotonie hier Stilmerkmal ist und eben ausgesessen werden muss. Das opulente Booklet glänzt zudem mit eindrucksvollen Artworks, die hervorragend zu den düsteren Texten passen. Wer Lust auf eine kartharsische Reise ins Innere hat und den Teufel mit Belzebub austreiben möchte, ist mit GREY SEASON bestens bedient. ThEb (8)

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THE HUNTERS
Art Electric CD
Coffeebreath and Heartbreak


Schmissigen Punkrock ist man von Coffeebreath and Heartbreak gewöhnt und auch THE HUNTERS sind da wieder ein Paradebeispiel. Tandemvocals, Streetpunk-Versatzstücke und Melodien zum Mitgrölen. Der simpelste Song des Albums "Runaway" ist dann auch gleich ein echtes Highlight, da man atmosphärische Elemente mit Mitsing-Chorus verbindet. Schon beim zweiten Durchlauf stellt sich ein merkliches Suchtverhalten ein und auf Dauer wird dieses Album hier noch etliche Male rotieren, da THE HUNTERS Schmissigkeit und tolle, authentische Texte unter einen Hut bringen. Mit "Promises" und "Hurricane" nimmt das Album dann richtig Fahrt auf und die Mundharmonika in Letzterem verleiht dem Lied echte Strassenköter-Atmosphäre. Gegen Ende kommt mit "It had to be you" dann nochmal ein richtiger Aufreger, denn die Kanadier hauen hier eine derart geniale Gesanglinie raus, dass man nur staunen kann. Ein echter Grower, aber schon zu Beginn phänomenal! ThEb (9)

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I SPIT ASHES
99942 CD
Hell Awaits Records


Fusionen von Metalcore und Elektro polarisieren immer ziemlich und I SPIT ASHES dürften mit ihrem Zweitwerk da wohl keine Ausnahme darstellen, schließlich verbindet man Metal inklusive CARCASS-Vocals mit Elektronik-Elementen. Dem Metal-Faktor geschuldet, haben alle Musiker natürlich ein Pseudonym, während man sich textlich mit dem Weltraum befasst. I SPIT ASHES sind da auch sehr konsequent, man kann durchaus von Konzept sprechen. Generell bleibt natürlich die Gefahr, dass man sich zwischen die Stühle setzt, weil Fans des traditionellen Metals, wie er in "The fourth kind" meisterhaft zelebriert wird, natürlich nicht unbedingt dieses Gefiepe brauchen. Stören tut es mich jetzt nicht, wer Wave hört, wird sich daran ebenfalls nicht lange aufhalten, aber dieser Brückenschlag birgt schon ein Risiko. Andererseits hat die Band eben den Mut es durchzuziehen und "The road" ist dann tatsächlich ein eher balladesker Wave-Track in bester DEATH IN JUNE-Manier. Das Album ist als Gesamtwerk gelungen, Geschmäcker sind verschieden, jedenfalls sind I SPIT ASHES eine Band mit Format und eigenem Stil und das ist ja heute schon einiges wert. ThEb (8)

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KERA
S/t EP
Dooweet Records


Der erste Eindruck ist durchwachsen. Die französische Band zockt ganz nette Stakkatoparts, bietet ordentliches Gebretter, aber irgendwo ist vieles auch tierisch ziellos.In seinen guten Mometen erinnert der Gesang an THE HAUNTED, ist aber zugleich bisweilen etwas wackelig, wenn es clean wird. Das Schlußlicht "Silence" bietet dann aber einen ordentlichen Spannungsbogen und es wird nicht länger sinnlos gedroschen. Insgesamt ist es schwierig anhand von drei Songs jetzt zu ermessen, was sich noch draus entwickeln wird. Faktisch ist dieser Release noch unspektakulär. Geht stilistisch in Richtung Schweden und "Architect of chaos" bietet auch ein paar Melodeath-Leads und ordentliches Death-metal-Shouting. Mal sehen, was daraus wird. ThEb (6)

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O GRACEFUL MUSINGS BURDEN
Im Draußen bricht sich das Drinnen Tape
ogracefulmusingsburden.bandcamp.com


Instrumentaler Postrock ist natürlich eine Genrereferenz, die ziemlich breit angelegt ist, aber wer AGALLOCH oder ALCEST schätzt, muss unbedingt O GRACEFUL MUSINGS BURDEN antesten. Inhaltlich hat man sich Henry David Thoreau als Quelle der Inspiration ausgesucht. Thoreau diskutiert in seinem Standardwerk "Civil Disobedience" die Sklavereifrage und beleuchtet den Mexikokrieg kritisch. Nebenbei war er erbitterter Steuergegener und ließ oftmals kein gutes Haar an Vater Staat. Wegen einer Steuerschuld musste er dann tatsächlich sogar mal ins Gefängnis. Mit "Walden" verlieh er seiner Philosophie der Einfachheit noch eine psychologische Note. Über all dies kann man dann herrlich sinnieren, wenn man die Songs der Kassette ablaufen lässt. Atmosphärische Klänge, die meist wenig mit verzerrten Gitarren zu tun haben, sondern eher durch Loops und Langsamkeit wirken. Allerdings steigert sich die Band nach und nach. Ein toller Release, der samt üppigem Booklet in einer Pappbox geliefert wird. ThEb (8,5)

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OMMATIDIA
Let's Face It CD
www.ommatidia.net


Prog mit theatralischem Gesang aus Frankreich, könnte Freunden von Threshold oder Queensrÿche gefallen, mir persönlich ist es etwas zu cheesy. Die besten Momente in den Songs sind oft die Gitarrensoli, nur in "Dark swelling" glänzt mal die Rhythmusgitarre mit einem zusammenhängenden Riff, ansonsten ist das Band spitzenklasse darin alles schön zu zerhackstücken. Gesanglich ist mit "Let's Face It" auch eine Spur zu experimentell und obwohl Guillaume Richard ein echt kompetenter Sänger ist, sind mir die Vocals einfach zu wirr. Extreme Geschmackssache, andere werden es vielleicht eher wertschätzen können, denn die Aufnahmequalität ist gut, die handwerkliche Seite beachtlich, aber ich finde das Songwriting ziemlich unzugänglich. Hier passiert teilweise einfach zuviel, da verliert der Hörer schnell den Überblick und das Interesse. Vielleicht einfach mal selbst reinhören, "Sunspot" ist bei you tube verfügbar. ThEb (5)

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POWERNAP
Oreosmith CD
Asian Man/Klownhouse Recordz/Broken Silence


Leute von MIRACLES und THE SAINTE CATHERINES huldigen auf ihrem Debüt JAWBREAKER, LEATHERFACE und CRIMPSHIRE. Man hört also Uptempo-Songs voller Powerchords, wobei die Gitarren bisweilen auch eine leichte Schräglage haben, so dass Hugo auch mit seiner verlebten Punkerstimme das Ganze perfekt ergänzt. Sechs Songs, deren Melodieverlauf zuerst unberechenbar scheint, nach mehrmaligem Hören nistet sich aber so mancher Refrain gut im Gehörgang ein. Eine herrliche EP mit mächtig Nostalgiefaktor. ThEb (8)

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THE SHANES
Road Worrier CD
Rex Sumo/Broken Silence


Generell gehe ich recht sparsam mit Superlativen um, aber im Falle von Road Worrier, dem … Album der Trierer??? Combo fällt mir das gar nicht so leicht, denn hier stimmt schlichtweg alles. Die Texte sind smart und zugleich melancholisch, die Arrangements transparent, aber nicht vorhersehbar und alle Songs sind unheimlich catchy. "House of whisphers" hat einen Country/BobWayne-Touch und verbindet diesen Western-Vibe exzellent mit dem irischen Flair, welches die Band ansonsten heraufbeschwört. Weitere Highlights auf diesem epochalen Album sind "Dark side of your soul" und die eigenwillige HÜSKER DÜ-Interpretation "The girl who lives on heaven hill". Das Septett versteht es zudem meisterhaft verschiedene Stimmungen zu kreieren und "Train" ist ein Paradebeispiel dafür, wie Fiddel, Pedal Steel und Drums zu einem Geisterzug verschmelzen können, wenn man sein Handwerk beherrscht. Um das Album abzurunden, haben THE SHANES man auch einige Polka-Elemente integriert, die auch nochmal belegen, das Facettenreichtum bei der Band an der Tagesordnung steht. Wer Irish Folk schätzt und THE TOSSERS, oder FLOGGING MOLLY mag, wird "Road Worrier" lieben. Die zwölf Songs glänzen nämlich durch grandioses Storytelling, phänomenale Instrumentierung und eine Darbeitung voller Herzblut. Kommt als Digi mit 21 seitigem Booklet. ThEb (9)

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SPIRITS
S/t CD
Flix Records


Definitiv schon länger kein Straight Edge Hardcore Album mehr besprochen, SPIRITS aus Boston überzeugen aber innerhalb kürzester Zeit, denn der Vibe der Band erinnert etwas an eine Kombination von KILL YOUR IDOLS, TERROR, HANDS TIED und JUDGE. Klingt sehr, sehr gut. Die Vocals sind derbe und inhaltlich lösen sich SPIRITS von vielen Klischees, so geht es in "Paid for hate" sogar um Arbeit und Selbstverwirklichung. Einen Song über die Adoleszenz bekommt der Hörer trotzdem serviert, schließlich steht man ja in einer gewissen Tradition. Eines steht fest, hier wird nicht lange gefackelt, statt dessen gibt es mitreißenden old school hardcore und die Songs bleiben gerne unter der zwei Minuten Marke. Think outside the box. 13 Songs, für HC-Fans eine echte Offenbarung. ThEb (8,5)

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UNDOBAR
Dark And Rusty
undobar.bandcamp.com/album/dark-rusty


Southern-Rock mit Mundharmonika, sich langsam aufbauenden Songs und reichlich Slide-Gitarre. So weit, so gut. Bei UNDOBAR handelt es sich des Weiteren um ein Duo, welches zusätzlich ein paar Freunde rekrutiert hat, die das Album bereichern. Generell fehlt mir der Bandcharakter, auch die Abwesenheit eines Basses macht schon viel aus, muss man echt sagen. Von den Arrangements her funktionieren die acht Songs durchaus, aber am ehesten wirken die von Natur aus reduzierten Tracks wie "A Ghost In The Channel", der in Richtung ANCIENT WISDOM geht, also Wave meets Folk. Meiner Meinung nach der stärkste Song des Albums, selbst wenn der Rest angenehm nach Sons Of Anarchy Soundtrack klingt. Das Debüt ist auf alle Fälle stimmungsvoll, aber nicht sehr schwungvoll, da man eher auf Atmosphäre setzt und die Lieder oftmals nicht auf ein höheres Plateau hebt, sondern im Ausgangsmodus verbleibt. Eventuell würde es Sinn machen eine komplette Band zu formieren und auch einen guten Drummer mit an Bord zu nehmen. ThEb (6,5)

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XAXAXA
Sami Maži I Ženi CD
Moonlee Records


Kurswechsel bei XAXAXA? Neuerdings orientiert sich das Quartett eher an Balkanpop, JAWBREAKER, HÜSKER DÜ oder DAG NASTY als am Hardcore und in "Radio Motorika" ist der Gesang so hoch und eingängig, dass der Ohrwurm eigentlich unvermeidlich ist. Der Albumtitel heißt übersetzt soviel wie einsame Männer und Frauen und auch wenn sich mir der Rest der Lyrics erstmal nicht direkt erschließt, so bietet die Band doch immer online Übersetzungen an, da ihr die inhaltliche Komponente sehr wichtig ist. Insgesamt ist das dritte Album von XAXAXA echt gut geworden, aber der Gesang ist auch gewöhnungsbedürftig, weil man sich eben vom HC wegbewegt, ein Gesamtkonzept hat, aber so richtig trägt die Stimme noch nicht. Ganz anders die Stücke und Arrangements, diese zünden unheimlich und da XAXAXA viel live spielen, wird man mit Sicherheit auch die Vocals bald optimiert haben. Weiterhin eine absolut eigenständige und wichtige Band. ThEb (7)