WITH LOVE, November-Reviews

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ASHES OF POMPEII
The End Begins Tomorrow CD
Roadmovie Productions


Vier Marburger formierten sich unter dem Banner der einst vom Vesuv-Ausbruch begrabenen Stadt Pompeii. Die EP "Putting The Pieces together" war eindrucksvoll und das neue Album steht dieser in nichts nach. Das Digipack ist höchst ansehnlich und musikalisch ist das Konzept Indierock trifft auf Screamo-Passagen ein lobenswerter Ansatz, der in dieser gleichmäßigen Gewichtung eher selten ist. Das Drumming ist hervorragend und verhindert in ruhigen Momenten einen Spannungsabfall. Wirkungsvolle Effekte werden mit Bedacht eingesetzt und in Summe funktionieren die schmissigen Elemente wunderbar mit den wenigen verträumten Fragmenten und durch den Drive der Rhythmusfraktion kommt nie Weinerlichkeit auf. Ein grandioser Einstand und unter Garantie viele Freunde finden wird. Thomas Eberhardt (8)

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BILK
This BILK Is Radioactive CD
Moonlee Records


Etwas Mut erfordert es sicherlich sich BILK aus Kroatien zu öffnen, aber elektronische Musik muss ja nicht per definitionem schlecht sein. Meine Erfahrungen mit ihr beschränken sich zwar auf die CHEMICAL BROTHERS, aber das Trio aus Zagreb hat glücklicherweise einen ähnlichen Ansatz. Man kombiniert Drumcomputer-Beats mit Gitarrenfragmenten, die mal rockig, mal psychedelisch klingen. Insgesamt ist das Album recht organisch, nur wenige Songs fallen durch Nintendo-Sounds aus dem Rahmen. Zehn Lieder zwischen Breakbeat, MOLOCKO und MR OIZO. Ich denke eine Wertung muss nicht sein und wir belassen es beim deskriptiven Ansatz. Das Booklet und die Aufnahmequalität machen wunschlos glücklich und ich denke für elektronische Musik gehören BILK definitiv zu den besseren Gruppen, weil sie immer wieder überraschen, richtig prägnante Samples haben und eher zur Beat- statt zur BeatsPerMinute-Fraktion gehören. Thomas Eberhardt

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COG
Curseoverground CD
Moonlee Records


CurseOverGround ist ein kroatisches Trio, das fernab von jeglichen musikalischen Klischee's ihr Ding durchzieht. Erinnert die Scheibe zu Beginn noch sehr an SONIC YOUTH, so entwickelt sie nach mehrmaligen Hören eher an eine progressive- independent Rockband aus den `90 er Jahren. Sie haben sich schon Mühe gegeben mit ihrem ganz eigenem Mix, und laut Labelbeschreibung werden sie bald eine der "größten Noise-Bands dieser Zeit". Hier und Da wird dann auch mal der ein oder andere Rock'n'Roll Part eingeworfen und das klingt dann nach extrem nach vergangen Größen wie LED ZEPPELIN oder auch DEEP PURPLE. Aber gut, mir ist die Scheibe etwas zu treibend und ruhig, und hat meiner Meinung nach auch rein gar nichts mit dem Musikbegriff "Noise" zu tun. Anhänger vor Allem in der alternativ-progressivem Subkultur sollten die Jungs allerdings schon finden können, dafür ist es definitiv nicht schlecht. CD und VINYL erscheinen auf dem slovenischen Label "Moonlee Records". Karsten Ostmann (6)

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CULM
Life in a Steel Cage is no Life at all CD
Miyagi Records


Das Hamburger Label "Miyagi Records" gibt als Referenzen für CULM, direkt mal FUGAZI und THE ROBOT KRAUS an, womit sie teilweise auch Recht behalten sollen. CULM spielen Indie-Rock, der es allerdings auch eher ruhig angehen lässt und besinnen sich, laut Bandbeschreibung, auf den idealistischen DIY-Ethos. Musikalisch ist die CD leider viel zu langatmig geschrieben. Sorry, aber das Ein- oder Andere Mal fühle ich mich beim Hören durchaus mehr gelangweilt als unterhalten, worüber auch die Stimme, die zwar etwas gewöhnungsbedürftig aber doch sehr markant ist, nicht hinwegtäuschen kann. Da beeindruckt es mich auch nicht wenn die letzte Scheibe im OX und in der VISIONS 10/10 Punkte erreicht hatte. Zum Glück überschreiten die Songs aber, bis auf 2 Ausnahmen, nicht die 3 Minuten Marke. Jedoch hätten 10 statt 14 Songs auch gereicht. Einen großen Pluspunkt gibt dann doch noch: die Präsentation. Die Scheibe kommt wohl als LP, mit zusätzlicher CD und vielen Extras wie Aufnähern und Taschen, und selbst die Promo Version ist in einer schönen, fein anzusehenden Pappklappe gekommen. Für Freunde von lässigen Indie-Rock, oder schöner Chill-Musik sollte die Scheibe jedoch auch musikalisch perfekt sein. Karsten Ostmann (5)

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DEEP DEGRADED
The Imminent Ignition/3 Track Promo
Vivian Records


DEEP DEGRADED kommen aus Wuppertal und verblüffen mich mit Ihrem Mix aus Emo und Hardcore doch allzu sehr. Allerdings nicht im negativem Sinne. Los geht's mit "Supremacy" einer flotten Emocore Nummer mit Kreischgesang sowie auch einer wundervollen Singstimme die sich nicht hinter den Großen des Geschäfts verstecken muss. Song "Bound & Bleeding" geht dann anfangs etwas ruhiger zur Sache und steigert sich immer weiter bis es am Ende feine Rhythmen gibt die in das so ein oder andere Tanzbein hinein springen sollten. "More Haste, Less Speed" ist dann der Abschlusstrack dieser 3-Track Mini CD namens "The Imminent Ignition", und gibt dem ganzen noch einen runden Abschluss. 3 Songs die einen so schnell nicht langweilen sollten. Definitiv eine der sympathischsten Nachwuchs Emo-Bands die ich seit langem gehört habe. Sollte unbedingt angehört werden! Karsten Ostmann (8,5)

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FIRE DOWN BELOW/SENSE NEVER CAME
Split CD
All Life Ends Records


Was für ein Intro, da kommt ja Metzelstimmung auf! FIRE DOWN BELOW lassen sich dann auch nicht lange bitten und legen mit derbstem Death-Metal-Riffing los. Die Vocals, die sehr an Chris Barnes von CANNIBAL CORPSE/SIX FEET UNDER erinnern, passen da natürlich grandios. Nach einigen Minuten kommt dann die Kehrtwende mit eher rockigem Gesang. Dieses überraschende Intermezzo wird dann wieder von bösen Passagen gefolgt. Dieses Wechselspiel wiederholt sich des Öfteren, was den Songs guttut, denn ständiges Gedresche stumpft ja schnell ab. Die ständigen Tempiwechsel sorgen dann ebenfalls dafür, dass man diesen Frontalangriff in Form von sechs Liedern gut übersteht. Die Jungs von FIRE DOWN BELOW werden manche Metalcore-Formation das Fürchten lehren. SENSE NEVER CAME legen bombastisch los und bauen einen derartigen Druck auf, dass man sich fragt, wie sie das gemacht haben, müssen dann aber etwas den Fuß vom Gas nehmen und klingen in meinen Ohren etwas übersteuert. Der erste Song "Due To The Human" endet jedenfalls in einem akustischen Inferno, welches das Quintett bis zum Ende der Split auch nicht mehr unterbrechen wird. Hier wird aus allen Rohren gefeuert und der leicht verzerrte Gesang nimmt den Songs etwas die organische Qualität, aber schon der nächste Song "A Last First Kiss" überzeugt mich und lässt auch von der Produktion her wenig zu wünschen übrig. Man kann das Monster SENSE NEVER CAME so differenzierter wahrnehmen. Das ist bester Metalcore mit dem SENSE NEVER CAME durchaus in die Fußstapfen von MAROON treten könnten. Thomas Eberhardt (7,5)

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FREEFALL
Forever Beloved CD
Expander Records


Das zweite Album der Wuppertaler, deren Debütalbum "Unspoken Words" noch auf Superhero Records erschienen war. Der aktuelle Output bietet zwölf Lieder und neben einer erfreulich druckvollen Produktion auch einiges an guten Ideen. Der Gesang pendelt zwischen Screams, Growls und gesprochenen Passagen, deckt also so ziemlich alles ab. Die Gitarren schaffen es emotionale Passagen mit krachigen Riffs zu ergänzen und der Aufbau der Songs weicht erfreulicher Weise ziemlich von herkömmlichen Schemata ab. FREEFALL scheuen sich nicht, einen Punksong anzustimmen, ihn durch Doublebass zu ergänzen, Hardcoreshouting einfließen zu lassen und einen mitreißenden Melodiebogen obendrauf zu setzten. Das Layout und Booklet der CD sind schlicht, aber schön und gerade in Zeiten, wo jeder klischeebeladene Hochglanzcovers macht, finde ich es eine gute Entscheidung mal einen Gang zurückzuschalten. "Forever Beloved" ist eines der abwechslungsreichsten Emoalben, die man in letzter Zeit gehört hat und der Hardcore-Einschlag verleiht dem Ganzen noch die eine oder andere Facette. Der Zweitling von FREEFALL ist keinesfalls ein Album von der Stange, sondern hat Charakter. Wenn man mich jetzt nach Schwächen fragen würde, müsste ich etwas überlegen. Vielleicht die etwas unbeholfenen Texte und der leichte Akzent, aber ohne dies würde dem Album etwas an Eigensinnigkeit verloren gehen. Folglich kein grosser Anlass zur Kritik, auch das der teils auf Deutsch gesungene Song "Klangwelten" überzeugt. Hörproben gibt's auf der Website von FREEFALL, oder live in Hagen am 02.02.07. Thomas Eberhardt (7,5)

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LAST DIARY
The Passion Of My Bleeding Heart CD
Fear The Crowd Records


Alter Schwede, ohne Erwartung ging ich an die Scheibe von LAST DIARY. Und gleich der Erste Track "At Least Burning" hämmert einen nur so die Nägel in den Kopf. Doublebassparts vom Feinsten, schöne kratzige Kreischstimme, allerbeste Gitarrenarbeit; seien es die schönen, leicht melancholischen Melodien, die Soli oder auch die Core-lastigen Riffs und eine allzu schön klingen Gesangsstimme. "The Passion of my bleeding Heart" steht dem kein bisschen nach, und spätestens beim Gesangspart fühlt mensch sich einmal mehr an FROM AUTUMN TO ASHES oder auch später an AS I LAY DYING gemixt mit TRIVIUM erinnert. Das darauf folgende "Dreams of Misanthropy" geht dann wieder direkt auf's Maul, mit einem IN FLAMES -lastigen Part, bis es später genau zum richtigen Zeitpunkt wieder aufhellt und CALIBAN in Zeiten von "Small boy and a grey Heaven" glorifiziert. Zum Abschluss dieser 4 Track CD gibt es dann noch "Tremor" der den guten Eindruck der vorran gegangen Songs noch einmal bestätigt. LAST DIARY, das ist ein junge Band mit klasse Songwritern und klasse Musikern. Schön solche Bands Hören zu dürfen! Unbedingt auschecken! Das beste was ich seit Langem aus dem deutschten Metalcore-Lager gehört habe. Karsten Ostmann (9)

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MODE EXECUTE READY
Don't Panic CD
www.modeexecuteready.de/fear the crowd


Im ersten Moment erinnerten mich die fünf Dortmunder ziemlich an MUSE, wobei "All I Have" auch die grossen Tage des britischen Rock und die SMITHS in Erinnerung ruft. Auch SNOW PATROL könnte man als Querverweis anbringen, ohne jetzt den Mund zu voll zu nehmen, denn das Songwriting ist grandios und klingt ganz und gar nicht nach Newcomer, sondern eher nach NME-Liebling. Ich bin beeindruckt und Fans britischer Bands kommen hier garantiert auf ihre Kosten, das leichte Vibrato in der Stimme bei "Catch Me Alive", die überschwänglichen Gitarren, die melancholischen Pausen, wirklich beachtlich. Erhältlich über den Fear The Crowd-Shop und auch noch sehr günstig zu bekommen. Thomas Eberhardt (8)

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MR. LIVER
Life In The Fast Lane CD
www.mrliver.de


Nachdem mich schon das edle Digipack positiv überrascht hatte, gefiel es mir natürlich außerordentlich, dass die vier Münchener auch musikalisch einiges zu bieten haben. Melodischer Punkrock, irgendwo zwischen BLINK 182 und BLINK 182. Nein, kleiner Scherz, aber das lustige Trio hat definitiv Spuren hinterlassen, was ich persönlich auch nicht schlimm finde, denn MR. LIVER haben ein unheimliches Tempo und die beiden Gitarren von Mario und Michael bringen einiges an Power mit. Die Produktion ist solide und da man seit 2000 zusammen probt, klingt das Album wirklich ausgereift und wird jeden Fan von melodischem Punkrock in Verzückung versetzten. Die Texte sind auch eher humorvoll, haben aber auch manchmal eine nachdenkliche Note, aber erwartet jetzt aber bloß keine CRASS-Platte. Elf Lieder und für das Quartett ein beachtlicher Einstand. Klar wird es Kritiker geben, die anmerken werden, dass die Zeit hierfür eigentlich vorbei ist, aber die Zeit für gute Musik ist nie vorbei. Thomas Eberhardt (7,5)

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MY OWN SENSE
The Quality Of Deserving Love And Trust CD
Al Piper Music


Einige Zeit ist inzwischen seit der selbstbetitelten Debüt-EP von MY OWN SENSE aus Neuss vergangen, aber Sängerin Michèle und ihre drei Mitstreiter waren keineswegs untätig, ihr Stil ist gereift und "The Quality Of Deserving Love And Trust" bietet elf neue Lieder in einem schmucken Dipipack. Kategorien wie Emo und Alternative passen aufgrund des aktuellen Stils der Band auch nur noch begrenzt, da Michèle eben eine sehr geschulte Stimme hat, die eher an SKUNK ANANSIE erinnert. Insgesamt sehr mitreißend, auch wenn die soulige Stimme nicht jedem auf Anhieb gefallen wird. "Hold You" zeigt allerdings, dass die neuen Lieder funktionieren und durchaus im Ohr bleiben. In diesem Songs stimmt alles, Screamo-Vocals im Hintergrund, hervorstechende Riffs und ein Refrain, der Wiedererkennungswert hat. Mit etwas Geduld findet man hier ein wunderschönes Album, welches bestimmt auch über die Szene hinaus wirken kann. Thomas Eberhardt (7)

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NAHEMAH
The Second Philosophy
Lifeforce Records


Lifeforce Records überraschen einen doch immer wieder, und so ist ihr neuester Streich die spanische Prog-Metalband NAHEMAH. Die Spanier machen inzwischen schon fast 10 Jahre zusammen Musik und ihr Lifeforce- Debut Album ist nur so vollgepackt mit atmosphärischen Parts alà OPETH oder ruhigen progressiven Passagen im Stile von MOGWAI, genauso wie es auch die Labelinfo verspricht. Zwischendrin kommen vereinzelte Synthi-Parts und hier und da auch mal das ein oder andere schöne (Metal-)Riff zum Vorschein. Leider ist der Großteil der Platte jedoch eher ruhig gehalten, was dem Ganzen nicht unbedingt den Hauptpreis in Sachen Abwechslung gibt. Vor Allem nicht wenn das Ganze dann über 60 Minuten geht. Song 7 "Subterranean Airports" beginnt dann sehr erwartungsvoll im SIGUR ROS Stil, bevor er dann weiter durch ausgeklügelte verträumte Melodien und schöne Riffs glänzt, und später eine wundervolle Stimme ihren Teil dazu beigibt. Leider bleibt das Lied der "schöne" Einzelfall, treibt der Rest doch etwas zu melancholisch daher. "The Speech" ist dann allerdings zum Ende noch einmal eine wundervolle Ausnahme, und überzeugt im komplett verträumten Stil. Ansonsten ist die Scheibe ein zu seltsamer Mix und vielleicht sollte sich die Band überlegen sich für einen Stil zu entscheiden. Karsten Ostmann (5)

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SENSES FAIL
Still Searching
Vagrant


In den Genuss SENSES FAIL live zu erleben kam ich zu der "Taste of Chaos Tour 06" in Neu Isenburg. Schon dort schlugen sie Genre Kollegen des Emo, wie SAOSIN oder auch TAKING BACK SUNDAY, um Weiten. Also wartete ich erwartungsvoll auf den neuen Longplayer namens "Still Searching". Und siehe da: gleich die ersten beiden Songs, vor allem das zweite "Bonecrusher" entwickeln sich im Laufe des Hören zu wahren Hymnen! Die 5 Jungs um Frontmann Buddy Nielsen aus New Jersey könnten in der Tat das nächste ganz große Ding sein. Die nächste Nummer "Sick or Sane" erinnert dann musikalisch irgendwie an die College-Punk Veteranen von THE OFFSPRING und der Titel Track "Still Searching" hat definitve Hardcore Anleihen, so wird hier des Öfteren mal der Screamo-Ader freien Lauf gelassen, und wie aus dem Nichts wird auf einmal ein Moshpart aus dem Ärmel gezaubert, bevor es zum Ende hin eher melodisch zur Sache geht. Wunderbar. Jetzt jeden Song einzeln zu bearbeiten würde wohl den Rahmen als auch das Interesse sprengen, also möchte ich besonders 2 Songs noch positiv hervorheben: zum Einen das nach vorn treibende, doch gleich überaus melancholische (durch den mehrstimmigen Gesang) und mit einer wunderschönem Gitarrenpart ausgezeichnete "All The Best Cowboys Have Daddy Issues", zum Anderen den Abschlußtrack "The Priest and the Matador". Letzteres ist eher was für die Balladenfreunde und erinnert nicht nur durch die Anfangsmelodie (sehr "I Miss You" angelehnt) an die inzwischen verblichenen BLINK 182, nur eben besser. Wie schon herauszulesen war bin ich überaus begeistert und denke das die Scheibe auf jeden Fall eine der besten Emo-Platten dieser Tage ist. Karsten Ostmann (8,5)

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SLEEP IN SILENCE
At Last
Sleep In Silence.de


Nach dem Einsetzen der CD in den Player verbessert sich mein Zustand und ich denke "Wow, ein Stoner-Riff" und schön ist es. "Yearn" , der erste Song wirkt ab der Hälfte dann sehr experimentell was vielleicht nicht ganz in das Lied passt, aber durchaus zu tolerieren ist. "Burying the Songs of Uncertainty" geht dann wesentlich ruhiger zur Sache und wird wohl umgangssprachlich als "Ballade" geschimpft, steigert sich allerdings zum Ende hin in eine klasse Indie-Nummer. Das darauf folgende "Dave" ist sehr gesangslastig und mag mich so gar nicht überzeugen, auch wenn die Jungs hörbar bemühte Songwriter sind. Klasse hier jedoch der cleane Part am Ende. Ein beachtlicher Ohrwurm ist das vorletzte und Titellied "At Last" , der eine nach vorn treibende Punkrock Nummer mit fast schon Hitcharakter ist. Schön, schön. Ein würdiger Abschluss ist mit "Compassion" dann auch gefunden und schon ist die Scheibe zu Ende. Eine durchaus runde CD, die allerdings hier und da noch den Ein- oder Anderen verbesserungsfähigen Moment innehält. Vergleich sind hier schwer anzusetzen, da der Mix der Richtungen doch zu weitläufig ist. Karsten Ostmann (6)

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SLEEPWALK IN PASO
The Silouette Of A City MCD
Sleepwalkinelpaso.de/fear the crowd


Dem Layout nach hätte ich jetzt eher Crust oder Portland-Hassattacken erwartet, aber mit verspieltem Indierock hätte ich jetzt mit Sicherheit nicht gerechnet. So kann man sich irren. Das Sextett klingt erfreulich nostalgisch, der euphorische Gesang lässt sich nicht von Strukturen einmauern und die restlichen Musiker schätzten Kanten ebenso. Eine Dischord-Note kann man SLEEPWALKINELPASO ebensowenig absprechen wie grandiose Melodien. Die Aufnahmen sind zwar schon ein Jährchen alt, lassen mich aber auf baldigen Nachschub hoffen. Holt euch Washington DC ins Wohnzimmer, diese fünf Songs sind Pflichtprogramm für Nostalgiker. Thomas Eberhardt (8)

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SON ET LUMIÈRE
Canon MCD
www.sonetlumiere.de/fear the crowd


Ein etwas anderes Quintett sind SON ET LUMIÈRE aus Bochum, dass zeigt schon die Aufmachung der "Canon" MCD und die Präsentation in einer DVD-Hülle. Wo man rein optisch wohl Metalcore vermutet hätte, erwartet einen dann melodischer Screamo mit Indierock-Elementen und einer authentischen Sängerin, die sich hervorragend einbringt und sich den Gesang mit dem Basisten teilt, der das Shouten übernimmt, während Linda für die sehr schönen cleanen Parts verantwortlich ist. Vier längere Songs mit 20 Minuten Spielzeit, die wirklich aus dem Gros hervorstechen. Die Kombination von eigenständiger Melodik, treibenden Gitarren und durchdachtem Songwriting funktioniert überaus gut. So kann man "Canon" wirklich nur empfehlen. Allerdings ist die MCD ausverkauft, ihr könnt sie dafür einfach runterladen, dieses Jahr gibt's schon neues Material. Thomas Eberhardt (8)

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TIMES NEW ROMANCE
Nothing but Emptiness, Ready To Stop It All CD
timesnewromance.de


Die 5 Jungs aus dem rheinischen Koblenz nehmen 2006 ihre CD "Nothing but Emptiness, Ready To Stop It All" in Eigenregie auf. Erster Track heißt "Fading Line". Ganz große Defizite sehe ich jedoch in der Ausführung des Gesangs, der leider hier und da sehr schief klingt, und zudem einen etwas "denglischen" (Deutsch- englisch) Klang hat. Beim nächsten Track wird dann zum Glück etwas mehr Gekreischt, was auch viel besser zur Musik passt. Musikalisch wechselt der Stil immer zwischen College-Punk Sachen, Emo und Alternative Rock. Könnte also durchaus eine interessante Mischung sein. Leider zieht sich die CD, auch wenn sie nur 5 Songs hat, spürbar sehr in die Länge. Angekommen beim letzten Track "Carry On" ändert sich meine Stimmung immer noch nicht und die Stimme der 2 (?) Jungs die singen nervt am Ende, vor allem beim zweistimmigen Gesang, doch ziemlich. Leider gar nichts für mich. Freunde von alten BLINK 182, gemixt mit ein bisschen AMERICAN HI-FI sollten bei der Band allerdings auf Ihre Kosten kommen. Karsten Ostmann (4)

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VUNENY
V2 CD
Moonlee Records


Wie schon in der Kritik zu BILK angedeutet, haben Moonlee Records aus Slovenien mittlerweile auch elektronische Gruppen im Programm und ich meine jetzt nicht Stromgitarren! Auch VUNENY sind ein Trio und im direkten Vergleich zu BILK gehen sie etwas atmosphärischer zu Werke, mystische Klänge dominieren, aber auch Gesang wird gepflegt, sofern er schön durch Hallschwaden klingt oder selbst von Delay geprägt ist. Die Gitarrenleads rücken "V2" dann doch in die Nähe von DEPECHE MODE, zumindest von deren Remixe. Sehr professionell und definitiv was für die Chill-Out-Area. Nach 250 Shows und der Filmmusik zu "Le Revelateur" wird es Zeit, dass die Bosnier auch mal hier Anerkennung finden. Experimentierfreudige liegen hier garantiert richtig. Thomas Eberhardt