War From A Harlots Mouth

Hallo Jungs, schon mal im Vor raus herzlichen Dank dass ihr Euch für das Interview zur Verfügung stellt. Gebt doch einmal bitte einen kurzen Überblick über Euere Bandgeschichte.

Vielen Dank für das Interesse! Nun…wir haben uns im November 2005 gegründet und im März 2006 zu dritt unsere ersten Demo Tracks eingeprügelt, die dann im selben Jahr noch über das kleine US Indie Label 12 Gauge Records auf einer Split CD mit Molotov Solution erschienen sind. Kurz nach der Aufnahme hatten wir dann auch einen zweiten Gitarristen und einen Bassisten an Bord und konnten anfangen, uns aufs Shows spielen vorzubereiten. Und genau das haben wir dann auch getan. In der Zwischenzeit war auch der Kontakt zu Lifeforce Records zu Stande gekommen, die uns dann schließlich gegen Ende 2006 signten und im Februar 2007 nahmen wir dann unser Debüt Album auf. Dieses kam dann am 21.09. raus und wir hatten in der Zwischenzeit eine Euro Tour mit Dying Fetus absolviert und eine weitere kleine EU Headliner-Tour. Und da sind wir nun…;)

Wie seid ihr denn mit der Zusammenarbeit mit euerem neuen Label "Lifeforce Records" zufrieden?

Sehr! Die Promotion für die Platte lief super, die Zusammenarbeit ist ziemlich relaxt geworden und es funktioniert einfach gut. So langsam kennt man sich auch ein bisschen und wir sind im Endeffekt auf jeden Fall sehr froh, dass es zu dieser Zusammenarbeit gekommen ist.

Im Gegensatz zu euerem Part der Split CD mit "Molotov Solution" wirkt euer Album "Transmetropolitan" reifer. Wie seid ihr mit dem Werdegang der Band, musikalisch als auch persönlich, zufrieden?

Vielen Dank. Es ist ja schon mal auf jeden Fall so, dass nun auch noch zwei weitere Personen am Songwriting beteiligt waren, was bei der Split ja nicth der Fall war. Außerdem war es bei dem Split Part auch so, dass das unsere ersten Songs waren und wir einfach alles gemacht haben, worauf wir bock hatten, ohne das es einen roten oder geschweige denn überhaupt einen Faden gab. Wenn man dann ein Album macht, stellt man da natürlich etwas andere Ansprüche…und wenn das auffällt - schöne Sache, haha! Persönlich hat sich natürlich auch einiges entwickelt, da wir ja dieses Jahr sehr viel auf Tour waren bzw. eben viele Shows gespielt haben und da hängt man nun mal aufeinander die ganze Zeit. Die Chemie stimmt zum Glück einfach, deswegen gibt es keine Dramen oder so was. Auch auf der Ebene kann man ohne Frage recht zufrieden sein.




Ihr werdet oft als Wegbereiter, bzw. Trendsetter, des gerade sehr modernen Mixes aus Grind-, Hard-, und Moshcore bezeichnet. Welche Einflüsse habt ihr denn und mit wem könnt ihr Euch musikalisch am ehesten identifizieren?

Oh, das hab ich so noch nicht gehört, haha! Ich denke, dass es hier in Deutschland sicherlich eine Sache ist, die vor allem zu dem Zeitpunkt unserer Gründung eigentlich kaum jemanden interessiert hat. Mittlerweile ist das Interesse an dieser Art von Musik merklich gestiegen in den letzten 1,5 Jahren. Unsere Einflüsse für das was wir musikalisch so machen sind überwiegend Bands wie The Dillinger Escape Plan, Ion Dissonance oder auch Cephalic Carnage. Wir hören aber privat nicht nur die ganze Zeit so ein Zeug, das wäre langweilig.

Das breite Spektrum "Hardcore", zu dem ihr Euch auch zählen dürftet, scheint sich im Moment immer mehr in einzelne "Sub-Szenen" zu zersplittern, anstatt zusammen zu wirken. Wie seht ihr diese Entwicklung und was haltet ihr davon?

Nun ja…ich finde es meistens schade, dass diese Grenzen im Rahmen von Konzerten immer eingehalten werden müssen. Ich hab es viel lieber, wenn wir mit Bands zusammenspielen, die nicht mit uns vergleichbare Musik machen. Dann kriegen die Leute wenigstens auch was zu sehen, wenn das Spektrum ein bisschen breiter angelegt ist. Aber ich denke, "die Leute" wollen das garnicht unbedingt.

Nach dem "Metalcore" - Boom der letzten Jahre und dem gerade modernen Grindcore/HC - Mix (zu dem auch ihr zu rechnen seid) scheint der Trend im Moment wieder eher zum oldschooligen Hardcore zu gehen. Habt ihr eine Vorstellung davon wie "Hardcore" in 10 Jahren aussehen könnte?

Irgendwo muss oder wird viel eher auch einfach mal ein Limit erreicht sein. Viel ist aus der ganzen Schiene glaube ich nicht mehr rauszuholen an musikalischen Möglichkeiten. Und dann wird das ewige Spiel von vorne losgehen und alle hören wieder Metalcore und meckern die grad so angesagten Oldschool-Bands, bis das dann wieder cool ist. Wenn sich nicht immer alle so limitieren würden auf das, was sie hören und dabei auch nicht immer den Anspruch hätten, dass das und nix anderes dann grad cool ist, würden diese Sachen vielleicht auch gleichzeitig funktionieren. Aber irgendwas muss man ja scheisse finden…




7. Ende des Jahres geht ihr auf eine etwas ausgedehnte Tour. Habt ihr irgendwelche Clubs oder Orte an denen ihr besonders gerne spielt bzw. auf die Ihr Euch am meisten freut? Könnt ihr des Weiteren von irgendwelchen Lustigen, Aufregenden oder auch schlimmen Tour-/ Konzertereignissen berichten?

Wir haben noch garnicht in so vielen Clubs mehrmals gespielt, aber ein paar Clubs die wir so auf Tour gesehen haben, waren schon beeindruckend. Ich erinnere mich da an das "La Locomotiv" in Paris, direkt neben dem Moulin Rouge. Das war schon ein beeindruckender Laden. An die "Voodoo Lounge" in Dublin erinnere ich mich auch mit Wohlwollen…ein sehr gemütlicher Laden. In Deutschland ist das Muk in Giessen ziemlich cool und das Exhaus in Trier ist der reine Wahnsinn!

Eine lustige und etwas lange Tour-Anekdote gibt es auch. Der Start in unsere Sommer Tour verlief ziemlich schräg: Wir waren mittags verabredet, um erst den Merch bei mir aufzusammeln und dann beim Proberaum das Equipment zu verladen.

Soweit, so gut. Auf dem Weg Richtung Autobahn fiel Daniel auf, dass er vergessen hatte die Karte für UK auf unser Navi zu laden. Da die Wohnung unseres Drummers Paule auf dem Weg lag und wir die Software und alle Kabel mithatten, fuhren wir zu ihm. Dort mussten wir feststellen, dass die Speicherkarte zu klein war. Also gingen zwei von uns zu einem entsprechenden Fachhändler und besorgten eine doppelt so große. Zurück bei Paule ging aber immer noch nix, sodass wir zu Daniel fuhren, um es dort zu versuchen. Denn er hatte die Karte von Europa auch schon bei sich draufladen müssen, also musste es dort ja gehen.

Dort angelangt rannte er in seine Wohnung, fing an alles in Gang zu setzen und wir warteten am Van - in der Erwartung, er würde in ungefähr 30 Minuten wieder da sein. Pustekucken. Nach einer halben Ewigkeit rief er uns an und sagte, dass es noch eine Weile dauern würde und wir gingen zu ihm, um Café zu trinken. Da der Fortschritt-Balken nicht mal ein Viertel des Status füllte, entschlossen wir Eis essen zu gehen und danach "This is Spinal Tap" auf DVD zu sehen. Schlussendlich hat uns das alles 5,5 Stunden gekostet. Glücklicherweise hatten wir so großzügig vorausgeplant, dass wir es trotzdem noch rechtzeitig zur Fähre nach UK packten. Aber das hieß auch 900km abzureißen, ohne großartig zu pausieren. NO OUTFIT, JUST OUTPUT! Danke für die Aufmerksamkeit,

Karsten Ostmann